04/09/2026
⚡ Redispatch 2.0 – warum wird überhaupt in die Stromerzeugung eingegriffen?
⚖️Unser Stromnetz muss jederzeit im Gleichgewicht bleiben.
Gleichzeitig wird immer mehr Strom dezentral erzeugt – zum Beispiel durch Windenergie- und Photovoltaikanlagen.
Entsteht an einer Stelle im Netz ein Engpass, kann der erzeugte Strom dort nicht vollständig weitertransportiert werden.
Genau dann kommt Redispatch 2.0 ins Spiel.
Der Netzbetreiber greift gezielt in die geplante Stromerzeugung ein:
Anlagen können vorübergehend heruntergeregelt werden, während an anderer Stelle Erzeugung angepasst oder erhöht wird. So soll verhindert werden, dass Leitungen überlastet werden und die Netzstabilität gefährdet wird!⚡
📌 Welche Anlagen sind betroffen?
Redispatch 2.0 betrifft grundsätzlich Erzeugungs- und Speicheranlagen ab 100 kW.
Auch kleinere Anlagen können einbezogen sein, wenn sie durch den Netzbetreiber jederzeit fernsteuerbar sind.
💶 Was passiert, wenn eine Anlage heruntergeregelt wird?
Wird eine Anlage aufgrund einer Redispatch-Maßnahme tatsächlich abgeregelt, entsteht dem Betreiber ein wirtschaftlicher Nachteil, weil weniger Strom eingespeist werden kann. Für diesen Eingriff ist grundsätzlich ein finanzieller Ausgleich vorgesehen.
Wichtig dabei: Das bedeutet nicht, dass jeder Anlagenbetreiber automatisch einen pauschalen Ausgleich erhält. Entscheidend ist, ob die eigene Anlage tatsächlich von einer Redispatch-Maßnahme betroffen ist und in welchem Umfang.
🔄 Warum entstehen trotzdem zusätzliche Kosten?
Wenn geplante Einspeisemengen ausfallen, müssen diese im Energiesystem ausgeglichen werden.
Dazu können zum Beispiel:
• andere Anlagen ihre Erzeugung anpassen
• Fahrpläne geändert werden
• Bilanzkreise ausgeglichen werden
• zusätzliche Energiemengen beschafft oder vermarktet werden
Aus dem finanziellen Ausgleich für die betroffene Anlage und den zusätzlichen Maßnahmen im Energiesystem entstehen die sogenannten Ausgleichskosten.
Redispatch 2.0 ist damit ein wichtiger Baustein für ein stabiles Stromnetz – gleichzeitig zeigt er aber auch, welche zusätzlichen Prozesse und Kosten entstehen können, wenn Erzeugung und vorhandene Netzkapazität nicht optimal zusammenpassen.
👉🏻 In unserem Beitrag erklären wir Redispatch 2.0 Schritt für Schritt und zeigen, wie Netzengpässe und die damit verbundenen Ausgleichskosten entstehen.
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