07/12/2020
🚗🚗🚗 „Wir sollten den Chinesen vertrauen.“
Uwe Jablonski ist Geschäftsführer der INDIMO Automotive GmbH mit Sitz in Landstuhl (Rheinland/Pfalz) und Schwallungen (Thüringen). Der SERES 3 ist das erste Elektrofahrzeug, dass er als Importeur von China nach Deutschland bringt. Wir sprachen mit ihm.
Frage: Mit dem SERES 3 vermarkten sie ein E-SUV, der schon vor seiner Markteinführung für Aufsehen sorgt. Glauben Sie an den Erfolg dieses Modells?
Uwe Jablonski: Selbstverständlich sind wir überzeugt; und nicht nur wir. Die meisten unserer Händler haben bereits Fahrzeuge bestellt, da sie von der guten Qualität der Benzinfahrzeuge dieses Herstellers überzeugt wurden. Jetzt stellen wir erst einmal den SERES 3 vor, im Frühjahr folgt dann der SERES 5, und wir hoffen im Sommer 2021 den SERES 7 präsentieren zu können.
Frage: INDIMO Automotive ist ein geschätzter Experte, wenn es um den Import von chinesischen Fahrzeugen für den europäischen Markt geht. Sie sind seit fast 25 Jahren am Markt tätig. Jetzt kommt das erste Elektrofahrzeug. Warum ist es so wichtig, zum Beispiel für den deutschen Markt?
Uwe Jablonski: Wie Jeder bereits mitbekommen hat, ist die CO²-Diskussion in aller Munde. Wenn es nach der Regierung ginge, würde der Verbrenner-Motor abgeschafft, zumindest aber so hoch besteuert werden, dass er unwirtschaftlich wird. Im Moment werden hohe Kaufanreize für Elektro-Fahrzeuge angeboten. Aus diesem Grund sehen wir für unsere Fahrzeuge mit E-Motor in Deutschland und Europa große Marktanteile.
Frage: Warum vertrauen die Autobauer aus dem Reich der Mitte INDIMO Automotive?
Uwe Jablonski: INDIMO hat bereits vor 15 Jahren gute Kontakte zu chinesischen Herstellern geknüpft und ständig gefestigt. Im Laufe der Jahre sind ein gegenseitiger Respekt und Wertschätzung entstanden. In enger Zusammenarbeit wurden die Fahrzeuge nach europäischen Bedürfnissen angepasst, so dass die vorhanden Modelle heute optisch und technisch dem hiesigen Standard entsprechen. Durch die langjährigen Kontakte ist die Firma INDIMO in China bereits ein fester Begriff. Wir erhalten häufig Anfragen von neuen Herstellern, die ihre Fahrzeuge in Europa vermarkten möchten. Meistens sind die Qualitätsansprüche oder die technischen Voraussetzungen aber noch nicht erfüllt.
Frage: Über 170 Händler geben mittlerweile ihren Fahrzeugen ein Gesicht in Deutschland. Warum haben viele von ihnen den SERES 3 schon bestellt, ohne ihn vorher persönlich gesehen und gefahren zu haben?
Uwe Jablonski: Viele unserer Händler arbeiten schon lange Jahre mit uns zusammen. Sie kennen uns und unsere Produkte, und vertrauen uns. Sie sehen ebenfalls das große Potential in chinesischen Elektrofahrzeugen. In China werden schon seit 10 Jahren Elektrofahrzeuge hergestellt und vermarktet. Alle großen europäischen Automobilhersteller haben mittlerweile Kooperationen mit chinesischen Herstellern, um sich an dem Wissensvorsprung der Chinesen zu bedienen. Also kann man davon ausgehen, dass die Elektro-Fahrzeuge wie auch viele andere Produkte, wie zum Beispiel Handys und TV-Geräte, aus China von bester Qualität sind.
Frage: Ist Deutschland bereit für den SERES 3?
Uwe Jablonski: Deutschland hat noch einen großen Nachholbedarf. Wenn man einmal zu unseren Nachbarn in die Niederlande schaut, ist hier bereits eine hervorragende Infrastruktur für E-Mobilität geschaffen worden. Dementsprechend wird dort bereits ein erheblicher Anteil der Neufahrzeuge elektrisch angetrieben. Hier muss in Deutschland noch einiges nachgeholt werden. Aber sonst sehen wir schon gute Verkaufszahlen in diesem Bereich. Die Zukunft wird zeigen, wohin der Weg uns führt. Für die nahe Zukunft scheint jedoch das Elektrofahrzeug die Lösung der Abgasprobleme zu sein.
Gespräch: Dirk Behm