26/09/2026
Heute möchte ich Euch die Komplexität vom Baumsterben im Spessart näher bringen.
Hier seht Ihr einen Anschnitt des Waldbodens im Rahmen des Waldwegebaus in einem Buchen-Hallenwald, der von Sturmereignissen und Dürre stark in Mitleidenschaft genommen ist.
Es gibt zahlreiche Kronenabbrüche, entwurzelte Bäume und ohne äußere Schäden abgestorbene stattliche Rotbuchen neben scheinbar gesunden Altbäumen.
Doch selbst die gesund aussehenden Bäume werfen ab August vorzeitig ihr noch grünes Laub ab und verzichten damit auf Monate an Photosytheseleistung, um nicht zu vertrocknen.
Bis in 1 Meter Tiefe und mehr ist der Boden selbst nach Regen noch staubtrocken.
Und im Bodenprofil seht Ihr, dass unter der Streuauflage kaum Oberboden vorkommt. Der Verwitterungshorizont mit dem Gesteinsschutt (hier Gneis) reicht fast bis unter die Oberfläche.
Und da kommen die Geschichte und das Erbrecht ins Spiel:
Bis vor rund 200 Jahren wurde selbst in steileren Lagen des Spessarts Ackerbau betrieben. Aufgrund mehrerer Starkregen rutschte der fruchtbare Boden ab und bildete im Tal den 'Auenlehm'.
Es setzte eine nach Amerika ein - insbesondere in den 1810er, 1840er und 1850er Jahren.
Und was hat das damit zu tun?!
Die teilte das zu vererbende Land immer weiter auf, bis viele nur noch einen 4 oder 5 Meter breiten Streifen besaßen, wovon aber niemand leben oder Mißernten ausgleichen konnte.
Übernutzung, Erosion und Abwanderung waren die Folge.
Heute würden wir uns wünschen, der abgeschwemmte Boden wäre noch da! Die Bäume hätten damit mehr Puffer bei lang anhaltender Dürre.
Darum: Menschliches Fehlverhalten zahlt sich nie aus. Auch wenn die Quittung manchmal 200 Jahre später kommt.