10/07/2026
Obwohl doch kurz vor dem Wochenende die Laune super sein sollte, melde ich mich als “Assi-Schäferin aus Rumpenheim“ (so werde ich von einigen Mitmenschen nämlich betitelt :)), da mir grade wieder ein paar von diesen netten Leuten meine gute Laune nehmen wollen.
Warum?
Weil wir wegen Wasserdiebstahl angezeigt worden sind ….
Seit 10 Jahren haben wir die Tiere nun in Offenbach und seit guten 3 Jahren nutzen wir ein Standrohr, um für die Tiere Wasser holen zu können. Jährlich wird hier sogar ein Zählerstand an die ESO übermittelt. Ein landwirtschaftlichen Betrieb (was wir sind - sogar gemeldet, wir zahlen nämlich auch Steuer) benötigt einen Brunnen o. ä.. Weil wir aber keinen festen Standort haben und auch keine Fläche besitzen, wo man einen Brunnen anlegen könnte, waren die Stadtwerke Offenbach so nett, mir die Möglichkeit mit einem Standrohr für die Versorgung der Tiere auszuhelfen.
Jetzt zapfen wir seit 3 Jahren an einer Stelle, die tendenziell langfristig mehr und mehr zugebaut wird, aber man ohne Probleme an uns (während dem Wasser holen, ca. 20-30 Minuten) vorbei fahren kann, das heißt keiner wird durch uns in irgendeiner Form beeinträchtigt.
Jetzt frag ich mich, wie sehr kann man jemanden auf die Füße treten, dass jemand nicht mal persönlich kommt und fragt was wir da machen sondern lieber die Polizei ruft und uns anzeigt ? Hat man keine eigenen Probleme, um die man sich kümmern müsste oder könnte man seine Energie nicht in sinnvollere Projekte stecken? Wie kann man sich hier angegriffen fühlen?
In den letzten Monaten / Jahren durfte man sich schon viel anhören wie:
- die Alte schreit nur mit ihrem Hund rum
- Nutztiere wollen nicht gestreichelt werden
- Hundevermehrerin
- Briefe an meinen Arbeitgeber
- Schafe züchten, um zu schlachten
- die Hunde werden nicht artgerecht gehalten und gehören auch ins Körbchen
- hab viel Geld, weil im TV
- sich ständig auf Bildern ablichten lassen müssen
- die Hunde werden nur an ketten gehalten und fressen andere Hunde
…. und wahrscheinlich noch vieles mehr, was mich nicht erreicht…
Abgesehen von den Beratungsresistenten Leuten , die meinen meine Tiere füttern zu müssen, wundern sich dann wirklich einige Menschen noch darüber, warum man nicht mehr so offen und herzlich auf die Leute wie vor 10 Jahren zu geht.
Sicher war man jünger und naiv zu glauben, man könnte die Welt ein Stück besser machen, mittlerweile haben wir uns von 50 Hektar auf 20 Hektar reduziert und werden dies auch langfristig weiter machen.
Ich liebe meine Tiere und all meine Zeit und Geld fließen in diesen Betrieb, aber man wird müde, nicht für seinen Betrieb oder seine Tiere sondern für das Miteinander. Mit meinen Tieren wollte ich sein und nicht den Rattenschwanz mit so vielen negativen Menschen…. Manchmal denkt man, man wäre stärker oder belastbarer, aber mir fehlt einfach die Geduld langfristig auf das positive zu hoffen. Wohlgemerkt kann ich für Offenbach sprechen, dass die meiste negative Stimmung nicht von Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln stammen - wovon ich persönlich über die Jahre sehr positiv überrascht bin, wenn wir hier die Anfragen über das Schächten mal abwägen, kamen viele Mitmenschen und haben gern aus der Heimat von Kangals, Schafen und Ziegen erzählt 🐕🐑🐐