06/09/2019
Erste Hilfe am Unfallort ist keine Selbstverständlichkeit – aber lebenswichtig
Am 14. September ist der Tag der Ersten Hilfe. In diesem Zusammenhang wurde in einer Umfrage ermittelt, wie es um die Bereitschaft zur ersten Hilfe in der Bevölkerung steht. Das ernüchternde Ergebnis: Erste Hilfe ist immer noch keine Selbstverständlichkeit – obwohl sie Leben retten kann.
Zwischen Selbstüberschätzung und Unsicherheit
„Ein wichtiges Thema, denn Ersthelfer können im Notfall Leben retten“, sagt Nicolas Tobaben, Bereichsleiter für Bildung, Integration und Katastrophenschutz bei der Johanniter-Unfall-Hilfe im Landesverband Nord zur ersten Hilfe. Wie die Tankstellenkette HEM jetzt in einer Umfrage zum Thema „Erste Hilfe“ herausfand, gilt trotz ausreichender Theorie Erste Hilfe auf Deutschlands Straßen noch immer nicht als Selbstverständlichkeit. Zwar besuchte nahezu jeder der Befragten bereits erfolgreich einen Erste-Hilfe-Kurs, aber jeder Zweite traut sich nicht zu, an einem Unfallort Erste Hilfe zu leisten. „Der Tag der Ersten Hilfe ist enorm wichtig, um Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Der reine Besuch eines Kurses reicht nicht aus, wenn er mehrere Jahre zurückliegt. Manche Dinge ändern sich auch. Wir empfehlen daher, regelmäßig - etwa alle zwei bis drei Jahre - einen Erste-Hilfe-Kurs zu besuchen und so das Wissen und vor allem die Kompetenzen aufzufrischen“, so Tobaben weiter.
Täglich passieren in Deutschland unzählige Unfälle, sei es im Haushalt oder im Straßenverkehr. Im Notfall spielt derjenige die wichtigste Rolle, der als erster am Unfallort eintrifft. Laut der Auswertung der repräsentativen Umfrage der Deutschen Tamoil fühlen sich die Deutschen für den Ernstfall vorbereitet und schätzen die eigenen Kenntnisse als Ersthelfer mit einem „Gut“ ein (85 Prozent). Demzufolge sollte die Hilfsbereitschaft in der Not eine Selbstverständlichkeit sein. Überraschend zeigte sich jedoch, dass sich nur zwei Drittel zutraut, im Falle eines Unfalls den Notruf zu wählen. Große Überwindung kostet den Deutschen besonders die Herzdruckmassage oder Personen mit starken Blutungen zu helfen (30 Prozent). „Hier sind regelmäßiges Training und Übung fundamental und geben Handlungssicherheit!“, führt Tobaben weiter aus. Des Weiteren traut sich nur jeder fünfte Deutsche zu, eine Unfallstelle zu sichern, um noch weitere kritische Situationen zu verhindern.
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