19/10/2025
💬 Ein ehrliches Wort zum Thema Führerscheinpreise
Viele reden gerade über teure Führerscheine – aber kaum jemand sagt, warum sie wirklich so teuer geworden sind.
Nicht die Fahrschulen sind das Problem, sondern die übertriebene Bürokratie, verlängerte Prüfungen und strengere Bewertungssysteme, die zu immer mehr Durchfaller*innen führen.
Ich habe meine Meinung dazu klar formuliert – aus der Sicht eines Fahrlehrers, der täglich sieht, was wirklich schiefläuft.
Hier mein Statement dazu 👇
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📢 Meine Stellungnahme zu den geplanten Änderungen des Bundesverkehrsministers bezüglich der Führerscheinkosten
Sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister,
mit großem Interesse habe ich Ihre geplanten Maßnahmen zur Senkung der Führerscheinkosten verfolgt.
Als langjähriger Fahrlehrer und Betreiber einer Fahrschule möchte ich dazu aus der Praxis heraus Stellung nehmen.
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1️⃣ Hauptursachen der gestiegenen Führerscheinkosten
Die massiv gestiegenen Führerscheinkosten sind in erster Linie auf die deutlich höhere Durchfallquote zurückzuführen.
Diese wiederum ist eine Folge der verlängerten Prüfungszeit, der immer strengeren Bewertungsmaßstäbe sowie der umfangreichen digitalen Protokollierung während der Prüfung.
Prüfer haben dadurch weniger Ermessensspielraum, was viele Fahrschüler trotz grundsätzlich ausreichender Leistungen scheitern lässt.
Das Ergebnis: mehr Wiederholungsprüfungen, mehr Fahrstunden und damit deutlich höhere Gesamtkosten.
Eine Senkung der Kosten ist nur erreichbar, wenn: ✅ die Prüfungszeit wieder auf 45 Minuten verkürzt,
✅ die Dokumentationspflicht reduziert,
✅ die Anforderungen in Theorie und Praxis auf ein praxisgerechtes Maß zurückgeführt und
✅ die Anzahl der Grundfahraufgaben wieder auf zwei beschränkt werden.
Zudem sollte eine bessere Verkehrserziehung in Schulen eingeführt werden, um Jugendliche frühzeitig auf die Fahrausbildung vorzubereiten.
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2️⃣ Theoretische und praktische Prüfung
Ich unterstütze die geplante Reduzierung des theoretischen Fragenkatalogs und die Verkürzung der praktischen Prüfung.
Beides kann helfen, den Fokus wieder stärker auf reale Verkehrskompetenz zu legen.
Wichtiger ist jedoch, den Prüfern wieder mehr Eigenverantwortung und pädagogisches Ermessen zuzugestehen.
Das Vertrauen in die Fachkompetenz der Prüfer sollte Vorrang vor starren digitalen Bewertungsrastern haben.
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3️⃣ Einsatz von Simulatoren
Der geplante verstärkte Einsatz von Simulatoren ist aus meiner Sicht nicht zielführend.
Simulatoren können reale Fahrsituationen, Nervosität oder den Umgang mit Verkehrsteilnehmern nicht authentisch abbilden.
Lediglich ein sehr kleiner Teil der Fahrschüler – etwa ein bis zwei Prozent mit motorischen Einschränkungen – könnte davon profitieren.
Die hohen Anschaffungskosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.
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4️⃣ Verkehrserziehung an Schulen
Ein erheblicher Teil der heutigen Fahrschüler hat Defizite im grundlegenden Verkehrsverständnis – viele können beispielsweise nicht sicher Fahrrad fahren.
Frühzeitige Verkehrserziehung, idealerweise schon in der Grundschule, würde die Qualität der Fahrausbildung nachhaltig verbessern und Kosten langfristig senken.
Das Thema „Verkehrsbildung“ sollte deshalb wieder stärker in die Lehrpläne integriert werden.
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5️⃣ Qualität der Fahrlehrerausbildung
Die Qualität der Fahrlehrerausbildung ist ein entscheidender Faktor.
Die Anforderungen sollten wieder angehoben werden – insbesondere durch den verpflichtenden Besitz der Führerscheinklassen CE und A.
Zudem wäre ein höheres schulisches Bildungsniveau, etwa das Abitur als Mindestvoraussetzung, sinnvoll.
Ein besser qualifizierter Fahrlehrernachwuchs trägt wesentlich zur Verbesserung der Ausbildung und zur Senkung der Durchfallquoten bei.
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6️⃣ Fahrlehrerausbildung und Wehrpflicht
In der Vergangenheit hat die Wehrpflicht zur Ausbildung qualifizierter Fahrlehrer beigetragen.
Sollte sie wieder eingeführt werden, wäre es sinnvoll, Fahrlehrerausbildungen dort erneut zu fördern.
Die Kombination aus Disziplin, Verantwortung und Praxisbezug führte damals zu einer hohen Ausbildungsqualität, die auch heute wieder ein Vorbild sein könnte.
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📊 Fazit
Die aktuellen Führerscheinkosten sind ein Symptom falscher Schwerpunktsetzungen.
Nicht die Länge der Prüfungen, sondern die zunehmende Bürokratisierung, überhöhte Anforderungen und mangelhafte Vorbildung der Fahrschüler sind die wahren Kostentreiber.
Mit einer praxisgerechten Reform, besserer Fahrlehrerausbildung und verstärkter schulischer Verkehrserziehung ließen sich die Kosten realistisch und nachhaltig senken –
ohne die Verkehrssicherheit zu gefährden.
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Mit freundlichen Grüßen
A. Ondereyck
🚗 Fahrschule Ondy – Münster
„Driving for Future“ 💡
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