04/10/2026
Besserer Fußgängerschutz durch Stoßstangen-Sen-sor Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto erlei-den Fußgänger oftmals schwere bis tödliche Verlet-zungen. Mit einem neuen in die Stoßstange des Fahr-zeugs integrierten Sensor will der Automobilzuliefe-rer Continental nun das Verletzungsrisiko senken.
mid Frankfurt/Main - Bei einem Zusammenstoß mit einem Auto erleiden Fußgänger oftmals schwere bis tödliche Verletzungen. Mit einem neuen in die Stoßstange des Fahrzeugs inte-grierten Sensor soll nun das Verletzungsrisiko gesenkt werden.
Der schlauchförmige Drucksensor wird in die Frontschürze integriert und deckt so die ge-samte Fahrzeugbreite ab. Bei einem Zusammenprall mit einem Hindernis ermittelt ein Steu-ergerät durch den ausgeübten Druck binnen Sekundenbruchteilen, ob es sich um einen Men-schen handelt. Ist dies der Fall, wird die Motorhaube angehoben. Dadurch wird verhindert, dass der angefahrene Fußgänger durch den Aufprall auf die Haube und den darunter liegen-den Motorblock schwer verletzt wird. Der zusätzliche Abstand ist eine Pufferzone, die die Un-fallschwere laut Continental erheblich mindert. Dauern soll der gesamte Registrierungs- und Anhebevorgang lediglich 10 bis 15 Millisekunden.
Für den optimalen Schutz soll das System unter anderem auch unterscheiden, ob die ange-fahrene Person ein Erwachsener oder ein kleines Kind ist. Gemessen wird dies anhand dem Druck, der bei Normalgewicht ausgeübt werden müsste. Je nach Ergebnis wird die Motor-haube entsprechend erhöht. Außerdem wird ermittelt, wo der Mensch aufprallt, also eher vorne, seitlich oder zentral in der Fahrzeugmitte. In bestimmten Regionen kann so der Schutz gezielt verstärkt werden. Darüber hinaus werden sogenannte "No-Fire"-Vorgänge erkannt, das heißt, dass bei Berührung eines Bordsteines mit der Frontschürze oder dem Anfahren el-nes Kleintieres das System nicht ausgelöst wird.
Durch die Schlauchform soll sich der Sensor in jedes beliebige Fahrzeug unabhängig von der Karosserieform integrieren lassen. Es kann mit einzelnen Assistenzsystemen kombiniert wer-den, so dass beispielsweise bei einem über den Sensor registrierten Zusammenstoß automa-tisch auch eine Notbremsung eingeleitet wird. Außerdem werden die Gurte gestrafft und ge-gebenfalls die Airbags ausgelöst. Wann der Sensor in Serienfahrzeugen zum Einsatz kommt, ist noch nicht klar.