28/03/2025
Digitaler Führerschein ab April 2025 – Das Wichtigste für Autofahrer
Gute Nachrichten für Autofahrer in Deutschland: Der Führerschein kommt aufs Smartphone. Ab April 2025 genügt in Deutschland der digitale Führerschein auf dem Handy als offizieller Nachweis der Fahrerlaubnis. Die Bundesregierung hat dafür im Februar 2025 die rechtlichen Grundlagen geschaffen – das heißt, künftig kann der Kartenführerschein zu Hause bleiben und stattdessen digital per App vorgezeigt werden. Zunächst startet eine Testphase, in der der digitale Führerschein bereits als amtlicher Nachweis im Inland gelten soll. Im Folgenden erfahren Sie, ab wann genau die Neuregelung gilt, in welchen Situationen der digitale Führerschein den „Lappen“ ersetzt, welche Ausnahmen es gibt und wie Sie die digitale Fahrerlaubnis erhalten.
Rechtsgrundlage und Starttermin
Im Februar 2025 hat die Bundesregierung einen Gesetzentwurf zur Änderung des Straßenverkehrsgesetzes beschlossen, der die Einführung digitaler Fahrzeugdokumente ermöglicht. Dazu zählt insbesondere der digitale Führerschein. Die neue Regelung passt das Straßenverkehrsrecht an die moderne Zeit an, damit der Kartenführerschein künftig zu Hause bleiben kann und stattdessen digitale Nachweise über das Smartphone möglich sind.
Ab April 2025 ist eine Pilotphase geplant, in der Autofahrer den digitalen Führerschein erstmals ausprobieren können. In dieser Testphase soll der digitale Führerschein bei Verkehrskontrollen bereits als gültiger Führerscheinnachweis anerkannt werden. Eine flächendeckende Einführung für alle Führerscheininhaber ist im Anschluss an die Testphase vorgesehen, sobald die technischen Abläufe erprobt und erfolgreich bewertet sind.
Digitaler Führerschein im Inland
Künftig müssen Fahrer ihren physischen Führerschein (Scheckkarte) bei Kontrollen nicht mehr mitführen, sofern sie den digitalen Führerschein nutzen. Bei einer Polizeikontrolle oder etwa der Anmietung eines Fahrzeugs kann dann der digitale Führerschein über eine offizielle App auf dem Smartphone vorgezeigt werden. Der digitale Führerschein enthält alle wichtigen Informationen des klassischen Führerscheins – lediglich die handschriftliche Unterschrift des Inhabers ist nicht enthalten. Damit gilt er bei Kontrollen als gleichwertiger Nachweis der Fahrerlaubnis.
Wichtig: Niemand ist verpflichtet, auf die digitale Version umzusteigen. Der herkömmliche Kartenführerschein bleibt gültig und kann weiterhin wie gewohnt verwendet werden. Zudem muss das Smartphone im Ernstfall funktionsfähig sein. Bei leerem Akku, technischen Problemen oder Verlust des Handys muss man seine Fahrerlaubnis anderweitig nachweisen – in solchen Fällen ist also doch die Vorlage des klassischen Führerscheins erforderlich. Es kann daher sinnvoll sein, den Kartenführerschein vorsorglich griffbereit zu haben, falls die App einmal nicht verfügbar ist.
Nutzung im Ausland – welche Ausnahmen gelten?
Der digitale Führerschein gilt vorerst nur innerhalb Deutschlands. Außerhalb der Landesgrenzen wird er nicht als offizieller Nachweis anerkannt. Das bedeutet: Im Ausland (auch in der EU) muss nach wie vor der normale physische Führerschein mitgeführt werden. Für Reisen ins nichteuropäische Ausland ist ggf. zusätzlich ein internationaler Führerschein notwendig, wie bisher.
Hintergrund: Auf EU-Ebene wird zwar bereits an der Einführung eines EU-weiten digitalen Führerscheins gearbeitet, doch bis diese Pläne umgesetzt sind, bleibt der klassische Führerschein im Ausland unumgänglich. Die im Februar 2025 beschlossene deutsche Regelung zum digitalen Führerschein beschränkt sich ausdrücklich auf das Inland. Bei Fahrten ins Ausland sollten deutsche Autofahrer daher unbedingt weiterhin ihre Plastikkarte (und gegebenenfalls einen internationalen Führerschein) dabeihaben.
Beantragung und Aktivierung des digitalen Führerscheins
Der digitale Führerschein wird nicht automatisch an alle Fahrerlaubnisinhaber ausgegeben, sondern muss aktiv beantragt werden. Zuständig dafür ist das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das eine spezielle Smartphone-App bereitstellt. Über diese offizielle Führerschein-App kann man die digitale Kopie seines Führerscheins beantragen und anschließend auf dem Handy speichern.
Voraussetzung dafür ist ein gültiger EU-Kartenführerschein (Scheckkarte), da dessen Daten die Grundlage für die digitale Version bilden. Besitzen Sie noch einen alten Papierführerschein (grau oder rosa), muss dieser also erst in den neuen Kartenführerschein umgetauscht werden, bevor ein digitaler Führerschein möglich ist. Die Ausstellung der digitalen Version erfolgt dann vollständig online nach einer Identitätsprüfung – Gebühren fallen dafür voraussichtlich keine an, das KBA stellt den digitalen Führerschein also kostenlos aus.
Technische Voraussetzungen
Um den digitalen Führerschein nutzen zu können, sind einige technische Voraussetzungen zu beachten:
Smartphone mit NFC und Internet: Sie benötigen ein modernes Smartphone (Android oder iOS) mit NFC-Funktion und Internetzugang, um sich auszuweisen und die Führerschein-App zu nutzen. Außerdem muss die offizielle KBA-App installiert werden (erhältlich im Apple App Store und Google Play Store).
Aktueller Kartenführerschein: Ein EU-Führerschein im Scheckkartenformat ist Voraussetzung – alte Papierführerscheine lassen sich nicht direkt digitalisieren.
Personalausweis mit Online-Funktion: Für die einmalige Identitätsprüfung wird ein gültiger deutscher Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion (eID) sowie der zugehörigen PIN benötigt. Damit weisen Sie nach, dass Sie tatsächlich der Inhaber der Fahrerlaubnis sind.
BundID-Konto: In der Regel ist zudem ein BundID-Benutzerkonto (Online-Konto des Bundes) erforderlich, um sich in der App gegenüber der Behörde anzumelden und den Antrag digital zu stellen. Dieses Konto kann kostenlos erstellt werden; zur Verifikation wird ebenfalls die eID-Funktion des Personalausweises genutzt.
Fazit
Der digitale Führerschein ist ein weiterer Schritt zur Digitalisierung im Verkehrsbereich und soll den Alltag der Fahrer erleichtern. Ab April 2025 können deutsche Autofahrer erstmals davon Gebrauch machen und ihre Fahrerlaubnis auf dem Smartphone vorzeigen. Wichtig ist jedoch: Im Inland ist die Digital-Version dem klassischen Führerschein gleichgestellt, im Ausland aber noch nicht. Stellen Sie also sicher, dass Sie Ihren normalen Führerschein für Fahrten außerhalb Deutschlands weiterhin mitführen. Wenn alle technischen Voraussetzungen erfüllt sind, bietet der digitale Führerschein eine praktische Alternative – die Teilnahme daran ist freiwillig, und der altbewährte „Lappen“ behält vorerst seinen festen Platz in unserem Portemonnaie.