16/04/2026
Dieselchaos und Entlastungen - ES REICHT ! 😡
Wir schreiben den 03.03.2026, es tobt ein Krieg zwischen Donald Trump und der iranischen Führung wegen der nuklearen Bedrohung dieser und in Deutschland steigen von
jetzt auf gleich die Preise für Diesel und Co. Wer glaubt, das dies eine Eintagsfliege sein wird, der hat sich ebenso getäuscht wie der, der das Ausmaß und dessen Folge nicht vorhersehen konnte.
Ein Anstieg innerhalb von 4 Tagen in Höhe von 0,32€ je Liter Diesel. Aber das war nur der Anfang..
Innerhalb von sechs Wochen (18.02.2026 - 07.04.2026) liegen wir hier bei einer Erhöhung von 0,81€ (Brutto) je Liter - natürlich gehen wir hier von den Preisen an den Tankstellen aus, die jeder
mittelständige Spediteur zahlt.
Aber rechnen wir weiter:
Der Verbrauch eines LKWs liegt im Durchschnitt bei 29 Litern je 100 Kilometer
Am 18.02.2026 (1,61€ brutto) wären das 46,69€ je 100 Kilometer Diesel an Verbrauch
Am 03.04.2026 (2,32€ brutto) wären das dann schon 67,28€ je 100 Kilometer Diesel an Verbrauch und
Am 07.04.2026 (2,42€ brutto) sind wir dann schon bei 70,18€ je 100 Kilometer Diesel an Verbrauch.
Das ist eine prozentuale Steigerung von 50,91% innerhalb von sechs Wochen !
Rechnen wir im Schnitt pro LKW 500 Kilometer am Tag haben wir hier alleine Mehrkosten in Höhe von 117,45€
Wenn man diese Mehrkosten mit unseren 30 Fahrzeugen multipliziert und auf 21 Arbeitstage aufrechnet, dann kommt man auf nette 73.993,50€ pro Monat.
73.993,50€ (brutto) Mehrkosten für Diesel PRO MONAT !!!
Mit vielen Auftraggebern hat man lange im Vorfeld, um die generellen Schwankungen im Diesel Preissegment aufzufangen, einen Dieselfloater vereinbart. Das ist gut und schön, aber dieser
greift selbstverständlich nicht direkt, sondern erst im übernächsten Monat, wenn die Zahlen für den BGL Durchschnitt bekanntgegeben wurden. Sprich, hier tritt das mittelständische Unternehmen dann mal eben mit
rund 150.000€ in Vorlauf.
Ein Betrag, den sich heutzutage und grade in der Spedition, nicht mehr jeder so ohne weiteres leisten kann.
Kunden, mit denen man keinen Floater vereinbart hat, die muss man selbständig kontaktieren. Die meisten davon haben kein Problem damit, die Mehrkosten zu tragen und unterstützen gerne. Allerdings gibt es hier auch
Kunden, die grade in der jetzigen so angespannten Zeit, nach Preisreduzierungen fragen. Eine Preisreduzierung ? Jetzt ? Ok, dann muss man, denke ich, hier die Zusammenarbeit dringend hinterfragen.
Rechnen wir nun mal die Mehreinnahmen für unseren Staat durch diese massiven Preiserhöhungen an Hand eines Beispiels:
Dieselpreis 1,65€ -> Dieselpreis 2,55€
Mehrwertsteuer pro Liter: 0,26€ -> 0,41€ = 0,15€
Tanken wir im Durchschnitt 50 Liter auf einen PKW gerechnet, sind das + 7,50€ Steuern je Tankvorgang
Bei ca. 1 Million Autofahrern täglich kommen wir hier täglich auf 7,5 Million Euro Mehreinnahmen für den Staat
Wohin geht das ganze Geld ? Wo bleiben unsere Entlastungen ?
Die seit dem 01.04.2026 von der Regierung eingeführte Spritpreis Regelung, in der dieser nur noch Mittags um 12 Uhr angepasst werden kann, ist ja schon mal gründlich daneben gegangen und es kam zu einem bundesweiten Chaos...
somit schreiben wir dann nun den 13.04.2026. Der Tag der Verkündung ... Verkündung der doch so großen Entlastungen, die da kommen werden!
Unsere Regierung macht das schon und unterstützt uns da, wo sie nur können (Ironie aus)..
Ab dem 01.05.2026 wird es einen Tankrabatt von 0,17€ brutto geben als Entlastung für uns, die Kosten sollen an den Zapfsäulen direkt zu spüren sein. SOLLEN ... lassen wir mal so stehen... (Nehmen wir die 0,81€ brutto Erhöhung von den 6 Wochen,
reduzieren dies um die 0,17€, dann bleiben immer noch 0,64€, welche der Sprit teurer bleibt !)
Des Weiteren dürfen Arbeitgeber Ihren Mitarbeitern eine steuer- und sozialversicherungsfreie Prämie von bis zu 1.000,00€ zahlen. - Kommt uns das nicht aus Corona Zeiten bekannt vor ? Nun stellt sich aber hier eine weitere Frage - Die in Vorleistung getretenen
rund 150.000,00€ kommen ja nicht so schnell wieder, eigentlich sind sie solange weg, bis zwei Monate nachdem der Diesel wieder zu seinem Ursprung zurückgekehrt ist - woher soll ein mittelständisches Unternehmen dieses Geld dann auch noch nehmen ?
Der Staat macht es sich nicht nur hier einfach, er hat auch schon einen Plan, wie er einen Teil der "Verluste" die er durch die Entlastungen tragen muss, wieder einfahren kann - er erhöht die Tabaksteuer. Wie bitte soll man in einer Spedition all dieses Chaos
ertragen ohne zu rauchen ?
Schlussendlich ist es doch so, das wir alle diese massiven Kosten und Erhöhungen zu tragen haben und das nicht nur an den Tankstellen. Die LKWs tanken Diesel, fahren damit zu den Kunden und beliefern Märkte. Selbstverständlich gibt jeder (oder versucht es)
die Kosten an den nächsten in der Kette weiter. Letztendlich bleiben die Konsumenten und Endkunden auf den Kosten sitzen, denn es wird alles teurer und zwar massiv. Natürlich sieht man das nicht direkt auf den ersten Blick, denn auch die Hersteller sind gut im
Verstecken und reduzieren einfach die Verpackungsinhalte, die Preise bleiben gleich.
Polen ging in dieser Kriese als gutes Beispiel voran. Sie führten Preisobergrenzen für Benzin und Diesel ein, welche täglich von der Regierung festgelegt werden. Außerdem sehen neue Gesetze vor, die Mehrwertsteuer von bislang 23 Prozent auf 8 Prozent zu senken.
Hier in Deutschland kommt leider niemand auf diese Ideen und zum Schluss zahlen nicht nur die Endkunden utopische Preise für Alltagsgegenstände welche man zum Leben braucht, sondern viele kleine Betriebe werden diese Kriese nicht überleben.
Ist das alles so gewollt ? Hat sich jemand überhaupt einmal über die langfristigen Konsequenzen wirklich Gedanken gemacht ?
Wir schaffen es ja noch nicht mal einen gestrandeten Wal wieder in die Freiheit zu verhelfen, weil sich sogar daran noch bereichert werden soll !
Es bleibt weiter spannend auf allen Ebenen und keiner kennt den Ausgang. Ich gehe jetzt erstmal eine rauchen ...
In diesem Sinne - rettet den Wald und esst mehr Spechte 😉