15/04/2026
Ein dickes „Danke“ nach Berlin:
Sehr geehrte Bundesregierung,
als Fahrschulbetrieb mit einem Team von 12 angestellten Fahrlehrern möchten wir uns heute einmal ganz förmlich und mit Tränen der Rührung in den Augen für Ihre beispiellose Unterstützung in Sachen Spritpreisbremse und Lebenshaltungskosten bedanken. Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Weitsicht und Praxisnähe Sie uns „Helden des Alltags“ unter die Arme greifen.
*** Unsere Highlights Ihrer Entlastungspolitik:
* Der psychologische Effekt: Vielen Dank, dass Sie die Spritpreise erst auf Rekordniveau steigen lassen, um uns dann mit einer „Entlastung“ zu beglücken, die sich anfühlt, als würde man ein brennendes Haus mit einer Wasserpistole löschen. Das hält uns mental wach und wird den Führerscheinerwerb zukünftig auf jeden Fall günstiger machen!
* Logistik für Fortgeschrittene: Dass wir unsere Fahrschulfahrzeuge, vollgepackt mit wissensdurstigen und lernwilligen Fahrschülern, leider nicht gegen ein günstiges ÖPNV-Ticket eintauschen können, ist sicher nur ein kleines Detail. Ich freue mich schon darauf, die Lkw und Bus-Ausbildung demnächst im Lastenfahrrad oder auf dem Tandem durchzuführen.
* Das Geniestreich-Modell „Einmalzahlung“: Ein ganz besonderer Dank gilt der glorreichen Idee, die Entlastung der Bürger einfach an uns Arbeitgeber auszulagern. Dass wir die Einmalzahlungen an unsere Mitarbeiter aus eigener Tasche stemmen dürfen, während unsere Spritkosten explodieren, war sicher die einfachste und eleganteste Lösung für Sie. Es ist schön zu wissen, dass Sie volles Vertrauen in die unendlichen Goldreserven des Mittelstands haben. Das trägt ungemein zur „Entlastung“ unseres Firmenkontos bei!
* Marktwirtschaftliche Ironie: Es ist schön zu sehen, dass die Entlastungen oft genau dort versickern, wo sie am wenigsten gebraucht werden – während wir an der Zapfsäule weiterhin das Gefühl haben, flüssiges Gold zu tanken, um die Kunden überhaupt schulen zu können.
*** Fazit
Wir fühlen uns wirklich „wertgeschätzt“. So sehr, dass wir uns kaum trauen, die nächste Rechnung mit angepasstem und realistischem Preis an unsere Fahrschüler zu schreiben, weil wir die gestiegenen Kosten ja eigentlich irgendwie auffangen müssten – Dass das letztlich irgendwann so kommen wird, ist ja aber sicher auch so geplant, um die Inflation mal so richtig in Schwung zu bringen, oder?
Machen Sie gerne weiter so! Wir arbeiten derweil einfach doppelt so viel, damit am Ende zumindest die Steuern pünktlich bei Ihnen ankommen, während wir für die nächste Tankabrechnung wahrscheinlich einen Kleinkredit aufnehmen.
Mit liebevollem Gruß aus der Fahrschulbranche und leerem Tank,
Ihr (immer noch) arbeitender Mittelstand und Garant für eine zukünftig viel günstigere Führerscheinausbildung