04/05/2020
Liebe Fahrschüler,
seit zwei Wochen dürfen wir Fahrlehrer in NRW wieder arbeiten. Ob dies in der momentanen Lage gut oder schlecht ist, ist ein anderes Thema. Zumindest hat sich herausgestellt, dass es in unserem Arbeitsalltag viele Einschränkungen gibt, mit denen wir vor dem Shutdown nicht konfrontiert waren. Ein signifikantes Problem stellen die Atemschutzmasken dar. Ich selbst habe im Auto einen üblichen Nasen-/Mundschutz getragen sowie eine FFP2-Maske. Das Problem besteht bei beiden Varianten: man kann nach einer Weile kaum noch normal atmen. Beim Einkaufen hält man das kurz locker aus, allerdings geben wir Fahrlehrer am Tag bis zu 11 Fahrstunden (495min) und haben, mit kurzen Pausen, durchgehend diese Masken zu tragen, während wir ohne Unterbrechung reden und erklären. Man atmet demnach mehr, atmet seine ausgeatmete Luft wieder ein, nach 2 Doppelstunden fühlt es sich an, als würde man durch eine nasse Socke atmen, man wird müde und bekommt Kopfschmerzen, was für unsere erforderliche Konzentrationsfähigkeit nicht zuträglich ist. Kurzum: es ist uns Fahrlehrern gesundheitlich und konditionell kaum noch möglich, auf unsere Sollstunden zu kommen. Bei Motorradfahrstunden ist das weniger problematisch, da wir Fahrlehrer dann alleine im Auto sitzen und demnach keine Maske tragen müssen.
Liebe Fahrschüler, es ist gerade für uns alle eine sehr komplizierte Zeit. Bitte habt Verständnis dafür, dass wir nicht einfach so viele Fahrstunden vergeben können wie vor dem Shutdown - es wird leider alles mehr in die Länge gezogen werden. Ihr könnt euch vorstellen, dass uns Fahrschulen die momentane Lage auch finanziell vor schwerwiegende Probleme stellt. Einige Kollegen wurden in den letzten Tagen schon in die Insolvenz getrieben. Wir müssten deshalb jetzt so viel schulen, wie es nur irgendwie möglich ist - schaffen wir aber konditionell nicht. Natürlich bekommt ihr weiterhin Fahrstunden, aber es wird wie gesagt momentan nicht möglich sein, diese in den kurzen Zeitabständen zu geben wie vorher.
Bleibt gesund!
Kai