05/07/2026
148.000 Euro für einen VW Käfer. Das ist kein Tippfehler. Das ist der Preis, den ein Memminger-Käfer kostet. Und wer weiß, was Memminger mit einem Käfer macht, versteht den Preis. Wer es nicht weiß, hält es für Wahnsinn.
Memminger, offiziell MEBO GmbH & Co. KG in Reichertshofen bei Ingolstadt, ist der führende Restaurationsbetrieb für VW Käfer in Deutschland. Was Memminger baut, sind keine restaurierten Käfer. Es sind komplett neu aufgebaute Fahrzeuge. Handarbeit. Memminger stellt eigene Cabrio-Türen, Seitenteile, Warmluftkanäle, Stoßstangen und Kotflügel her. Diese Teile übertreffen laut Memminger die Qualität der Werksteile um ein Vielfaches. Das ist kein Tuner, der Teile bestellt und zusammenschraubt. Das ist ein Hersteller, der Teile selbst produziert und dann ein neues Auto daraus baut.
Dieses Exemplar ist ein Käfer 1303 Cabriolet mit Erstzulassung September 1977. Aber das Datum ist fast irrelevant. 2020 wurde das Auto von Memminger komplett neu aufgebaut. Seitdem 8.594 Kilometer. Erste Hand seit dem Neuaufbau. H-Kennzeichen. TÜV wird vor Auslieferung frisch erledigt. Ein Jahr Garantie.
Was unter der Haube arbeitet, hat mit einem Serien-Käfer nichts zu tun. Ein 2.276 Kubikzentimeter großer Typ-1-Einspritzmotor mit etwa 100 PS. Eigene Entwicklung von Memminger. Kein Vergaser. Einspritzung. Dazu eine Edelstahl-Sportauspuffanlage. Ein generalüberholtes Getriebe mit langer Übersetzung von 9:31 für entspanntes Fahren bei höherer Geschwindigkeit. Innenbelüftete Scheibenbremsen vorne und Scheibenbremsen hinten. An einem Käfer. Der Serien-Käfer hatte Trommelbremsen an allen vier Rädern. Dieser hier hat vier Scheibenbremsen. Das ist ein anderes Auto.
Innen: Leder-Interieur. Recaro-Sportsitze mit Sitzheizung. Federkern-Rücksitzgarnitur mit Kopfstützen und Dreipunkt-Sicherheitsgurten. Radio mit DAB+, CD-Laufwerk und Bluetooth für Streaming und Freisprecheinrichtung. Soundsystem. Zusatzinstrumente in einer Carbonleiste im Armaturenbrett. Ein Sportlenkrad. Ein Käfer-Cockpit, das aussieht, als hätte jemand das Beste aus 2020 in die Form von 1977 gegossen. Genau das hat Memminger getan.
Außen: Graue Lackierung. Die Fahrzeugfront wurde mit einer durchsichtigen Folierung beklebt, um Steinschläge zu verhindern. Die Lackierung ist makellos. Fuchs-Design-Alufelgen, vorne 6×16 und hinten 7×16. Fuchs-Felgen auf einem Käfer. Das ist ein Zitat aus der Porsche-Welt, das auf einem Käfer besser aussieht, als es das Recht hätte. Bilstein-Sportfahrwerk. Cibié-Zusatzscheinwerfer.
Der Besitzer hat dieses Auto seit dem Neuaufbau 2020. 8.594 Kilometer. Das sind 1.700 Kilometer pro Jahr. Genug, um das Auto lebendig zu halten. Wenig genug, um den Zustand zu bewahren. Unfallfrei. Nichtraucher.
148.000 Euro, Verhandlungsbasis. MEBO GmbH & Co. KG in Reichertshofen. Vermittlung im Kundenauftrag, Mehrwertsteuer nicht ausweisbar.
Ein VW Käfer Cabrio für den Preis eines Porsche 911 Carrera. Der Unterschied: Der Porsche wurde in einer Fabrik gebaut. Dieser Käfer wurde von Hand gebaut. Von Leuten, die ihre eigenen Teile herstellen, weil die Originalteile nicht gut genug sind. Das ist der Grund für den Preis. Nicht der Name VW. Sondern der Name Memminger.