17/01/2024
Zum Unwort des Jahres 2023 hat die sprachkritische "Unwort"-Jury das Wort "Remigration" gekürt. Begründet haben die Jurymitglieder ihre Wahl damit, dass das Wort ein ""rechter Kampfbegriff" und eine "beschönigende Tarnvokabel" sei. So verschleiere Remigration die rechte Forderung nach Zwangsausweisungen oder massenhafter Vertreibung von Menschen mit Migrationsgeschichte.
Bei der bundesweit viel beachteten Unwort-Aktion werden seit 1991 nach Auffassung von Fachleuten unmenschliche oder unangemessene Begriffe ausgewählt, die gegen das Prinzip der Menschenwürde verstoßen, in irreführender Weise etwas Negatives beschönigen oder diskriminieren.
Auf Platz zwei der Wahl für 2023 kam das Wort "Sozialklimbim", das im Zuge der Diskussion um die Kindergrundsicherung verwendet wurde, gefolgt "Heizungs-Stasi" auf Platz 3, das für eine populistische Stimmungsmache gegen Klimaschutzmaßnahmen stehe.
Auch für uns Übersetzer stellen solche kreierten Unwörter immer wieder eine Herausfoderung dar, wenn es darum geht, sie in eine andere Sprache zu übertragen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, da zum einen die sprachliche Zuspitzung solcher Wörter nicht verloren gehen soll, man zum anderen aber auch sehr feinfühlig mit kulturellen und sprachsoziologischen Bedeutungshintergründen umgehen muss.
Hat für euch mit "Remigration" ein passendes Unwort die Wahl für 2023 gewonnen? Lasst uns gerne einen Kommentar dar.