27/07/2026
CITY-TOUR Etappe 2
Im 2. Teil unserer City-Tour setzen wir unsere Fahrt Richtung Innenstadt am Zusammenfluss von Dahme und Spree fort. Ab dem Köpenicker Becken mit Blick auf Schloss und Rathaus Köpenick sowie auf die Pfarrkirche St. Josef geht’s weiter nach Oberschönweide.
Die katholische St.-Josef-Kirche in Köpenick ist eine denkmalgeschützte Pfarrkirche in der Lindenstraße, die im Jahr 1899 geweiht wurde.
Weiter der Spree folgend geht’s nun Richtung Oberschönweide. Backbord lassen wir u.a. die Ortsteile Spindlersfeld und Oberspree hinter uns und erreichen den traditionellen Industriestandort. Historisch eng verbunden ist Oberschönweide mit der AEG Aktiengesellschaft.
Die AEG war einer der weltweit größten Elektrokonzerne und wurde 1883 von Emil Rathenau in Berlin als Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität gegründet.
Schon aus einiger Entfernung sichtbar sind die Gebäude des ehemaligen Werks für Fernsehelektronik (WF). Das Werk ging aus der früheren Röhrenfabrik Oberspree (RFO) der AEG hervor, die sich 1938 in dem von Peter Behrens für die NAG (Neue Automobil-Gesellschaft AG) errichteten Gebäude an der Ostendstraße angesiedelt hatte.
Das WF war der einzige Bildröhrenhersteller der DDR und größter Industriebetrieb (VEB) im Ostteil Berlins, der neben Röhren auch Halbleiter und Optoelektronik fertigte.
1993 übernahm der koreanische Elektronikkonzern Samsung das Farbbildröhrenwerk, ehe die Produktion wegen des sinkenden Bedarfs an Röhrenmonitoren im Jahr 2005 endgültig geschlossen wurde.
Ab 1897 entsteht in Oberschöneweide mit dem Kabelwerk Oberspree (KWO) die modernste Fabrikanlage Europas. Ohne eine einzige Dampfmaschine, stattdessen treiben Elektromotoren die Produktion an.
Das KWO war zwischen den 1890er und den 1990er Jahren ebenfalls ein Großbetrieb am rechten Spreeufer, der vornehmlich auf die Herstellung elektrischer Kabel und Leitungen spezialisiert war. Als Folge der deutschen Wiedervereinigung wurde er bis Ende der 1990er Jahre abgewickelt.
Mit der „Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW Berlin) – Campus Wilhelminenhof“ befindet sich heute ein moderner Ort für Studierende in Schöneweide. Das geschichtsträchtige, direkt an der Spree gelegene, ehemalige Industrieareal hat sich in einen modernen Wissenschaftsstandort verwandelt. Die imposanten Gebäude wurden behutsam saniert und um Neubauten ergänzt. 2006 wurde das erste Gebäude durch die HTW Berlin bezogen.
Die zweite Etappe unser Routenempfehlung für Tage ohne Badewetter endet kurz hinter dem ehemaligen Transformatorenwerk Oberschöneweide TRO. Einst Herzstück der Energieversorgung, beeindruckt es noch heute mit seiner imposanten Architektur.
Zwischen Treskowbrücke (Verbindung Nieder- und Oberschönweide durch die Edisonstraße) und Stubenrauchbrücke wurde zwischen den Jahren 1897 und 1900 nach den Plänen der Baufirma R. Guthmann Nachfolger die Lampenfabrik Frister gebaut. Mit den heutigen Spreehöfen befindet hier heute ein Standort für Kultur, Freizeit, Gastronomie sowie Gewerbe und Handwerk.
👉 Für diesen Abschnitt der Citytour solltet ihr weitere etwa 2,5 Stunden entspannte Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt einplanen.
‼️Dieser Tourabschnitt ist bei wenig Wind mit unserem Elektrofloß zu absolvieren, wenn ihr unsere Hinweise zur Fahrweise genau befolgt.
📸 Thomas Hildebrandt