06/05/2026
# 15 Jahre Fahrschule Mansfeld
Guten Abend zusammen,
wenn mir vor 15 Jahren jemand gesagt hätte, dass aus dieser kleinen Fahrschule einmal drei Standorte mit 16 Mitarbeitern werden, hätte ich wahrscheinlich selbst gelacht.
Denn angefangen hat alles nicht mit einem großen Businessplan oder einem perfekten Konzept.
Angefangen hat alles mit der Frage:
„Wie soll es jetzt weitergehen?“
2000 bin ich für mein Studium nach Leipzig gekommen. Ich habe Lehramt für Mathematik, Physik und Philosophie studiert, später Wirtschaftswissenschaften, Anglistik und Luftwissenschaften. Kurz vor meinem Abschluss wurde ich schwanger. Das Studium wurde unterbrochen, später kamen Gesetzesänderungen, Studiengänge wurden umgestellt, und plötzlich hätte ich praktisch wieder von vorne anfangen müssen.
Irgendwann musste ich mir ehrlich die Frage stellen:
Was mache ich jetzt?
Also habe ich nach einer Ausbildung gesucht.
Nicht nach einer Berufung.
Nicht nach einem Traumjob.
Sondern einfach nach etwas, das machbar war.
Und so bin ich beim Beruf Fahrlehrer gelandet.
2006 habe ich meine Ausbildung gemacht – damals war ich die jüngste Fahrlehrerin Deutschlands.
Ich habe in mehreren Fahrschulen gleichzeitig gearbeitet, teilweise in zwei oder drei parallel, weil man sonst finanziell kaum über die Runden kam.
Ich habe für fünf oder sechs Euro die Stunde gearbeitet.
Heute kann sich das kaum noch jemand vorstellen.
2010 kam dann der nächste Wendepunkt:
Die Wahl zwischen Arbeitslosigkeit oder Selbstständigkeit.
Ich war wieder schwanger.
Als angestellte Fahrlehrerin hätte ich wegen des Beschäftigungsverbots praktisch nicht weiterarbeiten können.
Also habe ich entschieden:
Ich wage den Schritt.
Am 5. Mai 2011 öffneten sich die Türen der ersten Fahrschule in der Arthur-Hoffmann-Straße 89.
Und die ersten Jahre waren hart.
Richtig hart.
Montag bis Samstag Fahrstunden.
Zweimal pro Woche Theorieunterricht.
Büro allein.
Kaum Freizeit.
Kaum Sicherheit.
Meine Kinder sind praktisch mit der Fahrschule groß geworden.
Während Theorieunterricht lief, saßen sie mit dabei.
Babyschale, Wickeltasche, Spielzeug – das gehörte damals genauso zum Unterrichtsraum wie die Tafel.
14 Tage nach der Geburt meines Sohnes habe ich wieder gearbeitet.
Nicht weil es leicht war.
Sondern weil es notwendig war.
Und wenn ich heute zurückblicke, dann denke ich oft:
Eigentlich war die Fahrschule nie nur ein Arbeitsplatz.
Sie war immer ein Stück Familienleben.
Ein Stück Überleben.
Ein Stück Zukunft.
Viele Menschen sehen heute die drei Standorte, die Fahrzeuge, das Team und denken:
„Das lief bestimmt gut.“
Aber was man oft nicht sieht, sind die Jahre davor:
die Sorgen,
die schlaflosen Nächte,
die Unsicherheit,
die Verantwortung,
und die vielen Momente, in denen Aufgeben wahrscheinlich einfacher gewesen wäre.
Deshalb bin ich heute vor allem dankbar.
Dankbar für alle Menschen, die diesen Weg begleitet haben.
Für ehemalige und aktuelle Mitarbeiter.
Für Fahrschüler, die uns ihr Vertrauen geschenkt haben.
Für Partner, Freunde und Familie.
Und auch für die Menschen, die an uns geglaubt haben, als noch niemand wusste, ob das alles funktionieren kann.
15 Jahre Fahrschule bedeuten nicht nur Wachstum.
15 Jahre bedeuten tausende Geschichten.
Erste Fahrstunden.
Bestandene Prüfungen.
Freudentränen.
Pannen.
Stress.
Lachen.
Und unglaublich viele Begegnungen.
Und vielleicht ist genau das das Schönste an diesem Beruf:
Dass man Menschen ein Stück auf ihrem Weg begleiten darf.
Ich bin stolz darauf, was entstanden ist.
Nicht weil immer alles perfekt lief.
Sondern weil wir nie aufgehört haben weiterzumachen.
Danke an alle, die Teil dieser Reise waren und sind.
Auf die nächsten Jahre.