22/09/2022
Das 12h Rennen bei X85 Racing war eine Achterbahnfahrt der Gefühle... mit einem buchstäblich niederschmetternden Ende. Der Freitag begann etwas ungewohnter als sonst. Teammanager Oliver Reyle war aus beruflichen Gründen noch nicht an der schönsten Rennstrecke der Welt angereist, aber das Teamwork funktioniere gut sodass alle seine Aufgaben übernommen wurden. Die zweite ungewohnte Sache an diesem Wochenende: Regen, welcher unsere Fahrer aber durchaus erfreute, denn der Clio ist unter diesen Bedingungen eine echte Waffe. Im rollout am Freitag zeigte der Clio noch kleine Allüren, welche wir ihm aber bis zum nächsten Tag noch abgewöhnen konnten. Michael Bohrer zum ersten Teil des 12h Rennens am Samstag: "Im morgendlichen Zeittraining wollten wir das Fahrzeug so viel wie möglich schonen und jeder fuhr nur eine Runde. Bei noch nassen Bedingungen konnte ich das Fahrzeug zunächst an die Spitze setzen, bis wir anschließend kurz vor Schluss bei trockenen Bedingungen auf Startplatz 2 zurückgefallen sind.
Von dieser Startposition startete Marc bei schwierigen Bedingungen ins Rennen und machte einen perfekten Job, bis unser Fahrzeug gleich mehrmals aufgrund eines defekten Zeitmesstransponders in die Box musste. Dieses Problem kostete eine menge Zeit, für die wir nichts konnten und somit begann die Aufholjagd vom letzten Platz in der Klasse. Ich begann meinen Stint als letzter Fahrer nach Gerrit, schon etwas früher als geplant. Mit Slicks bei teilweise Regen und permanent feuchten Streckenabschnitten kam das unserem Fahrzeug sehr entgegen und ich hatte mega viel Spaß bei einer schnellen Runde nach der anderen. Somit war der Rückstand bei bereits dunkler Strecke zur Rennhalbzeit nicht mehr groß."
Den zweiten Teil des 12h Rennens aus Marc Wylachs Sicht: "Den Start am Sonntag übernahm Michael. Innerhalb kürzester Zeit hatten wir den Rückstand auf den Führenden um gute drei Minuten reduziert. Als dieser dann mit einem Motorschaden ausschied, konnte ich das Auto mit bequemer Führung von über zwei Runden Vorsprung übernehmen. Ich habe nur versucht, unser Auto zu schonen und den Vorsprung zu verwalten. Und dann passierte es: auf der Start-Ziel-Geraden sah ich, dass mich ein GT4 Aston Martin überholen wollte. Ich blieb also in Turn 1 extra weit außen, um ihm ein bequemes Überholen zu ermöglichen. Auf einmal hat es einen riesigen Schlag gegeben und ich bin auf 2 Rädern ins Kiesbett gerutscht. Der Aston hat mich völlig unnötig und unsportlich von der Strecke geräumt! Die Enttäuschung über den verlorenen Sieg des ersten 12h Rennens, sowie den Verlust auf unsere Chancen in der Meisterschaft, ist natürlich immens. Schlimmer allerdings empfinde ich zum einen die Uneinsichtigkeit des Unfallverursachers und das Verhalten der Rennleitung. Mir tut es für das ganze Team sehr Leid, das in diesem turbulenten Rennen einen tollen Job gemacht hat!"
Teammanager Oliver Reyle, welcher an diesem Wochenende ein "Dauerticket" bei der Rennleitung, aufgrund des defekten Transponders, darauffolgend wegen des Unfalls hatte: "Auch wenn man die Rennleitung am Samstag durchaus loben konnte in der Unterstützung der Rekonstruktion der fehlenden Zeiten durch den Transponder, so sehe ich hier ein völliges Versagen im Zuge des Vorfalls mit dem Aston Martin. Nachdem wir der Rennleitung unseren Protest sowie die Onboard Videodaten zur Verfügung gestellt haben, haben wir nichts mehr gehört. Nichts. Gar nichts... bis heute! Und das enttäuscht sehr. Es ist offensichtlich, dass der Aston Martin Pilot viel zu schnell in Turn 1 einfuhr und dadurch ungebremst in den Clio schlug. Völlig unnötig... Wir erwarten hier eine entsprechende Bestrafung und Ahndung." Mit sehr gemischten Gefühlen und Wut im Bauch hoffen wir, dass der Clio zum nächsten Lauf wieder hergestellt ist, womit Teamchef Gerrit Holthaus und Mechaniker Louis Walter momentan alle Hände voll zu tun haben. Um an dieser Stelle auf unseren Bericht vom letzten Rennen zu erinnern: In einem erfolgreichen Team läuft es wie in einer Ehe: In guten, als auch in schlechten Zeiten.
Fotos: Jochen Merkle
Pressetext: Nicole Fußel